Aller Anfang ist schwer – aber der erste Schritt ist gemacht!
Manchmal erzählt ein Ergebnis nur einen sehr kleinen Teil der eigentlichen Geschichte. Für unsere neu formierte männliche E-Jugend des 1. Luckenwalder Sportclubs begann heute in Wildau ein neues Kapitel: der erste Wettkampftag überhaupt. Zum ersten Mal ein richtiges Trikotspiel, zum ersten Mal eine fremde Halle, Zuschauer auf der Tribüne, Schiedsrichter, Gegner – und vor allem zum ersten Mal gemeinsam als Mannschaft auf dem Feld.
Dass die Jungs nervös und aufgeregt waren, war deshalb nicht nur verständlich, sondern für das Trainerteam um Lena Rettig, Stefan Foß, Shaline Kobor und Oliver Much sogar schön zu sehen. Denn genau für diese Momente haben wir die Mannschaft aufgebaut: Neben dem Trainingsbetrieb sollen die Kinder den Wettkampf kennenlernen, gemeinsam Erfolge feiern, aber eben auch lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Und diese erste Lektion fiel durchaus schmerzhaft aus.
Gleich im ersten Spiel wartete mit der ersten Vertretung aus Wildau die denkbar schwierigste Aufgabe. Wildau war in den vergangenen Jahren in dieser Altersklasse das Maß der Dinge und spielte als Serienmeister häufig mit deutlichem Abstand zur Konkurrenz. Dass unsere gerade erst zusammengefundene Mannschaft heute noch nicht auf diesem Niveau agieren kann, war allen Beteiligten bewusst. Darum ging es auch nicht.
Es ging darum, anzufangen
Unsere Jungs versuchten sich gegen einen in allen Belangen überlegenen Gegner zu behaupten, kämpften, liefen und gaben trotz des immer deutlicher werdenden Spielstandes nicht auf. Drei Pfostentreffer verhinderten leider das erste Luckenwalder Tor im Spielbetrieb. Auf der anderen Seite ließ Wildau keine Gnade walten und gewann am Ende deutlich mit 47:0.
Ein Ergebnis, das weh tut und wir auch nicht schönreden wollen. Aber eines, aus dem eine junge Mannschaft unglaublich viel lernen kann. Die Jungs konnten unmittelbar erleben, was Tempo, Bewegung ohne Ball, Zweikampfverhalten, Zusammenspiel und Konsequenz im Wettkampf bedeuten. Vieles davon haben sie heute gesehen und gespürt – und genau daran wollen wir in den kommenden Trainingseinheiten arbeiten.
Viel Zeit zum Nachdenken blieb ohnehin nicht, denn im zweiten Spiel ging es direkt gegen unseren Kooperationspartner, die Wünsdorfer Wölfe. Auch dort brauchten unsere Luckenwalder zunächst Zeit, um sich im speziellen Spielmodus mit drei Angreifern und drei Verteidigern zurechtzufinden. Gerade in der ersten Halbzeit war zu erkennen, dass Abläufe, Orientierung und Zusammenspiel noch wachsen müssen.
Doch es gab auch den ersten kleinen Lohn für den Aufwand: Die ersten Tore fielen!
Das vor dem Spiel ausgegebene Minimalziel von fünf Treffern wurde erreicht. Am Ende stand zwar auch hier mit 5:21 eine klare Niederlage auf der Anzeigetafel, doch zwischen dem ersten Anpfiff des Tages und dem Ende des zweiten Spiels war bereits eine Entwicklung zu erkennen. Die anfängliche Nervosität wich Stück für Stück mehr Mut. Die Jungs begannen, sich an das Tempo und die Anforderungen des Wettkampfes anzupassen, suchten häufiger ihre Mitspieler und trauten sich zunehmend, eigene Aktionen zu starten.
Und genau das ist für uns momentan entscheidend.
Natürlich wollen wir Spiele gewinnen. Natürlich wollen wir Tore werfen und irgendwann mit Mannschaften wie Wildau mithalten können. Aber bevor man gewinnen kann, muss man lernen, was Wettkampf überhaupt bedeutet. Unsere Jungs stehen ganz am Anfang dieses Weges. Dieser erste Spieltag hat ihnen vielleicht deutlicher als jede Trainingseinheit gezeigt, woran wir gemeinsam arbeiten müssen.
Umso wichtiger war das Bild nach den Spielen: Trotz zweier deutlicher Niederlagen gingen die Jungs mit erhobenem Kopf aus der Halle. Draußen warteten ihre zahlreich mitgereisten Eltern und Familien, nahmen sie freudestrahlend in Empfang und zeigten ihnen damit, dass an diesem Tag nicht die Zahlen auf der Anzeigetafel entscheidend waren.
Dafür gilt ein riesengroßes Dankeschön an alle Eltern und Familien, die unsere junge Mannschaft begleiten und unterstützen. Ebenso bedanken wir uns beim Handball-Verband Brandenburg, der es ermöglicht hat, dass wir mit unserer neu aufgebauten Mannschaft aktiv in den Spielbetrieb starten können.
Jetzt wissen wir, wo wir stehen. Und wir wissen noch besser, wo wir hinwollen
Bis zum nächsten Spieltag am 10. Oktober, dann erstmals zu Hause in Luckenwalde, liegen einige Trainingseinheiten und eine ganze Menge Hausaufgaben vor uns. Wir werden weiter an den Grundlagen arbeiten, an Sicherheit mit dem Ball, Zusammenspiel, Abwehrverhalten, Bewegung und vor allem am Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Der erste Spieltag war hart. Die Ergebnisse waren deutlich. Aber die ersten fünf Tore sind gefallen, die ersten Wettkampfminuten absolviert und die ersten Erfahrungen gesammelt.
Heute ging es nicht darum, Meister zu sein. Heute ging es darum, überhaupt den ersten Schritt zu machen. Und den haben unsere Jungs gemeinsam gemacht.
Wir bleiben am Ball. Mit Geduld, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit. Denn die Entwicklung hat gerade erst begonnen – und wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam mit den Jungs zu gehen.




