Donnerstag, 03.04.25
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Dieser Artikel wurde von Jörn Schröter, Sebastian Möser und Björn Grimm geschrieben und 2694 mal gelesen.
Assan Buchheister ist Deutscher Vize-Meister und Justin Hahn Platz Fünf
Deutsche Meisterschaften der Junioren in Frankfurt (Oder) und Zell im Wiesental
Unser Assan Buchheister im roten Trikot erzielt einen großartigen Erfolg und sichert sich bei den Deutschen Meisterschaften der U20 in Frankfurt (Oder) die Silbermedaille im Freistil.

Unser Assan Buchheister im roten Trikot erzielt einen großartigen Erfolg und sichert sich bei den Deutschen Meisterschaften der U20 in Frankfurt (Oder) die Silbermedaille im Freistil.

    Nach einem fünften Platz bei den letztjährigen Deutschen Meisterschaften der Männer haben wir durchaus gehofft, dass unser Eigengewächs Assan Buchheister bei den diesjährigen in Frankfurt (Oder) stattfindenden Deutschen Junioren-Meisterschaften im Freistil etwas reißen könnte. Aber bei einem solchen Turnier kann man dessen natürlich niemals sicher sein… Umso erfreulicher ist es für ihn und den Verein, dass er sich nun Deutscher Vizemeister der Junioren nennen darf! Für Assan, der erst mit 14 Jahren zum Ringen kam, ist es nach mehreren Anläufen der verdiente Lohn für jahrelanges hartes Training und diszipliniertes Gewichtmachen unmittelbar vor dem Wettkampf.

    In seinem ersten Jahr bei den Junioren stand auch der Luckenwalder Abiturient (OSZ Luckenwalde) Justin Hahn kurz vor einem Paukenschlag, indem er bei den parallel dazu stattfindenden Deutschen Greco-Meisterschaften in Zell im Wiesental nach Bronze griff.

    Beide Meisterschaften fanden im internationalen UWW-Wettkampmodus statt. KO-Kämpfe von Anfang an. Die Verlierer der Halbfinals kämpfen gegen die Sieger von Hoffnungsrunden (frühere Verlierer gegen die späteren Finalisten) um zwei Bronzemedaillen. Die Verlierer der Kämpfe um Platz 3 teilen sich den 5. Platz. Vierte und sechste Plätze gibt es nicht.


    Riesenerfolg für Assan Buchheister

    Unser Assan Buchheister im roten Trikot erzielt einen großartigen Erfolg und sichert sich bei den Deutschen Meisterschaften der U20 in Frankfurt (Oder) die Silbermedaille im Freistil.

    Eine stark geschrumpfte Luckenwalder Delegation reiste zum Freistil-Turnier nach Frankfurt (Oder). Unter anderem nicht dabei der Luckenwalder Abiturient (OSZ Luckenwalde) Henry Lamitschka, der verletzungsbedingt dazu verdammt war den Kameramann zu machen und natürlich viel lieber mitgemischt hätte. Andererseits konnten sich die Coaches Jörn Schröter und Emanuel Krause so voll und ganz auf Assan konzentrieren, der in der Gewichtsklasse bis 65kg an den Start ging. Assan besucht als Abiturient das Gymnasium in Luckenwalde.

    Ziemlich aufgeregt war er am Samstag vor der Qualifikation für das Turnier. Und trotzdem, seinem Gegner Domenik Budack vom SC Germania Potsdam ließ Assan keine Chance. Er punktete fleißig und gewann diesen ersten Kampf technisch überlegen schon kurz nach der Pause mit 13:2.

    Im Viertelfinale gegen Fabian Wächter vom KSC Motor Jena tat sich Assan schwer, lag zwischenzeitlich auch zurück, kämpfte sich dann aber zu einem sicheren Punktsieg. 10:5 hieß es am Ende… Damit stand Assan im Halbfinale.

    Dort wartete mit Hidayet Serin der Vizemeister der letztjährigen Deutschen U17-Meisterschaften. Das Duell entwickelte sich zu einem echten Krimi in dem beide Kontrahenten Zweipunktwertungen gelangen, Assan aber 2:4 in Rückstand geriet. Knapp zwei Minuten vor Schluss nutzte Assan beherzt einen missglückten Befreiungsversuch seines Gegners, um ihn direkt mit dessen Schwung in die gefährliche Lage zu befördern. Vier Punkte… und auch wenn er ihn dort nicht halten konnte und direkt wieder zwei Punkte kassierte, lag Assan mit höherer Wertung trotz einem 6:6 nach Punkten nun in Führung. Routiniert brachte er das über die Zeit.

    Somit traf Assan im Finale am Sonntag auf Jannis-Valerien Rebholz von Eiche Radolfzell, einen Ringer der bereits 2022 bei den U17-Welt- und 2024 bei den U20-Europameisterschaften um Medaillen gerungen hat. Man könnte bei diesem Kampf, den Assan mit 0:10 technisch unterlegen verlor ausschließlich aufs Ergebnis schauen. Das wäre aber ungerecht. Zwar ist richtig, dass er kein echtes Mittel gegen seinen Kontrahenten fand. Eindeutige Unterlegenheit sieht aber anders aus… Jannis erarbeitete sich routiniert und fleißig mal einen Punkt hier, mal zwei Punkte da und brauchte fast die gesamte Kampfzeit, um sich letztlich natürlich verdient und auch klar den Meistertitel erkämpft zu haben. Schade Assan, aber kein Grund die Schultern hängen zu lassen!

    Dass Assan ein Fighter ist, zeigte sich schon, als er und sein Bruder mit 10-11 Jahren ein episches Duell auf der Zielgeraden des Luckenwalder Turmfestlaufs ablieferten. Ein Freund hat ihn dann 2019 zum Ringen mitgebracht. Da war er schon 14 Jahre und es kamen die Coronajahre. Er hat ordentlich Muckis gemacht, aber echte Wettkampferfahrung konnte er zwei Jahre lang nur sporadisch sammeln. Wirklich nicht die besten Voraussetzungen. Trotzdem hat er sich durchgebissen und ist er heute Deutscher Vizemeister. Du kannst stolz darauf sein - und wir sind es auf Dich, Assan!


    Justin Hahn greift in seinem ersten Juniorenjahr nach Bronze


    Auch bei den Grecos hatten wir nur einen einzigen Ringer am Start. Dies ist aber auch nicht verwunderlich, wird der klassische Stil nach 20-jähriger Abstinenz erst seit 2022 wieder in Luckenwalde unterrichtet und hat unser zweites Junioren-Ass, der Nord – und Mitteldeutsche Meister Kolya Levchenko für die Deutschen Meisterschaften leider keine Startberechtigung.

    Im Gegensatz zu den Freistilern mussten die Grecos ans andere Ende der Republik reisen. Und so ging es schon am Donnerstag wieder auf Achse. Trainer Sebastian Möser hatte Andrij Ponomarenko und Luca Schmal mitgenommen. Zur mentalen Unterstützung, zum Lockermachen und natürlich zum Filmen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Schifferstadt kam man am Freitag am Wettkampfort an. Hätte man etwas später gebremst, man wäre in der Schweiz zum stehen gekommen.

    Justin startete in der Gewichtsklasse bis 72kg und war aufgrund seines dritten Platzes bei den Mitteldeutschen Meisterschaften bereits für das Achtelfinale qualifiziert. In seinem ersten Kampf traf er am Samstag auf Samuel Pelletier vom AV Groß-Zimmern. Beim Stande von 2:2 gelang Justin ein schöner Wurf, der jedoch nur mit zwei Punkten gewertet werden sollte. Außerdem wollte der Kampfrichter vor dem Pausengong auch nicht mehr auf Tusch entscheiden. Trainer Möser begab sich vorsichtshalber schonmal hinter die Bande. Um sich zu zügeln oder das Ganze gedanklich noch mal durchzugehen, während sich die Ringecke um Justin kümmerte. Zu Beginn der zweiten Runde flog dann der Würfel zur Challenge, gefordert aus unserer Ecke. Das Video der Szene wurde höchstrichterlich geprüft und im Ergebnis erhielt Justin nicht nur die Viererwertung, sondern auch den Schultersieg zugesprochen.

    Im Viertelfinale stand er dann Nick Wernz vom KSV Winseln gegenüber. Nach einem schönen Wurf, einer Rolle und Strafpunkten für den Gegner stand es zur Pause bereits 8:1 für Justin. Zwei Minuten vor Schluss kam es dann wieder zu einer kuriosen Situation. Nach einem missglückten Wurf landete Justin auf dem Rücken, drehte sich geistesgegenwärtig blitzschnell auf dem Bauch, sein Gegner hintenran. Der Kampfrichter vermutete Beinarbeit von Nick Wernz, wollte sich das aber selbst nochmal auf dem Bildschirm ansehen. Diese Prüfung bestätigte seinen Eindruck offenbar, er wollte Justin 2 Punkte und den Überlegenheitssieg zusprechen. Nun war es die gegnerische Ecke, die eine Challenge verlangte und das oberste Kampfgericht entschied letztlich, dass es doch keine Beinarbeit war. Damit zwei Punkte für Nick Wernz und 8:3. Noch dazu musste der Kampf nach minutenlanger Unterbrechung nun dort weitergehen, wo er unterbrochen wurde, im Bodenkampf mit Justin als Untermann. Eine extrem gefährliche Situation, die Justin mit Bravour und ohne Punktverlust abwehren konnte. Eine Minute vor Schluss haute Justin dann wieder eine seiner Blitzaktionen raus, umklammerte seinen Gegner hob ihn aus und obwohl sich dieser kurz noch mit dem rechten Bein abstützen konnte landete er anschließend mit voller Wucht auf dem Becken, Justin oben auf. Knock-Out. Schultersieg bei 12:3.

    Im Halbfinale gegen den späteren Deutschen Meister Luis Greif vom KSV Wiesbaden wurde Justin schnell passiv gestellt. Den ersten Ausheber konnte er noch abwehren, zwei weitere Male machte es sein technisch und körperlich sehr starker Gegner dann besser und gewann technisch überlegen. Das sind Momente, die passieren auf diesem hohen Niveau immer wieder. Von einem Moment auf den anderen platzt der Traum. Es ist aber ein Unterschied, ob man gleich danach weiter machen muss oder eine Nacht drüber schlafen kann. Die Frage, ob Justin den Kampf um Bronze am Sonntagmorgen gegen Finn Kühn von Luftfahrt Berlin, den er aus dem Effeff kennt, ebenfalls ohne Punktgewinn herschenken musste, ob er Bronze wirklich wollte, die bleibt leider offen.

    Es geht hier weniger um eine Medaille, als viel mehr um das Leben, das voller solcher Momente ist, in denen Dir etwas verwehrt bleibt, Du Dich vielleicht um etwas betrogen fühlst… Die Frage ist: Wie reagierst Du darauf? Für Dich und die die an Dich glauben. Bei den letztjährigen Meisterschaften war diese Reaktion klar und deutlich!


    Resümee und Ausblick


    Die Deutschen Meisterschaften der Jungs sind somit Geschichte. Leider spielten die Freistiler des 1.LSC bei den diesjährigen Turnieren der U14 und der U17 kaum eine Rolle, immerhin gelang dem Sportschüler Eiven Frömming in der U17 ein 9. Platz von 16 Startern. Das macht Assans Vizemeistertitel natürlich umso wertvoller für uns. Besser lief es bei den Grecos, auch wenn sich die Erwartungen hier ebenfalls nicht ganz erfüllten und verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen waren.

    Francis Muohs Meistertitel und die Silbermedaillen von Assan Buchheister und Arthur Kinas, aber auch die Nord- und Mitteldeutschen Meister- und Vizemeistertitel von Sportlern wie Kolya Levchenko, Luca Schmal, Andrij Ponomarenko, Marlon Rüdiger und Mohammad Islamov sind vor allem deshalb so wertvoll, weil jeder dieser Erfolge für sich eine eigene vorbildhafte Geschichte erzählt. Letztlich sind das jedoch alles Geschichten, die einen gemeinsamen Kern haben. Die Rahmenbedingungen unseres Sports ändern sich. Sie tun es seit Jahrzehnten. Die Rolle unseres Vereins im Landesverband verändert sich, er droht unter die Räder zu geraten. Und auch dies ist eine Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet. Mit Ehrgeiz, Kampf und Leidenschaft aber haben unsere Sportler einmal mehr gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist, dass wir noch da sind, dass wir begeistern können und bleiben wollen. Indem wir diese Begeisterung weitergeben an unsere Kleinen, die auch schon Großes leisten. Die uns bei den Landesmeisterschaften zuletzt erst zum stärksten Verein in Brandenburg gemacht haben. Und an die Kleinsten im Ringerkindergarten und unserer knackevollen Krabbelgruppe. Begeisterung, die sich in sportlicher Leistung aber auch nur zeigen kann, wenn sie sich vorher in Engagement zeigte. Wir brauchen viel mehr ehrenamtliche Unterstützung, um das alles weiter so zu stemmen und bestenfalls ausbauen zu können. Zum neuen Schuljahr entfällt wieder eine Lehrertrainerstelle am Stützpunkt und nach dem Nikolausturnier ist in diesem Jahr auch Luckis-Muckis ins Wasser gefallen. Wichtige Turniere für unseren Nachwuchs, die hinten runterfallen, wenn es immer wieder die selben Leute sind, die sie absichern sollen.

    Francis Muoh und Luca Schmal sind vom neuen Bundes-Nachwuchstrainer Greco, Christian Fetzer, für Nationalkaderlehrgänge und - Wettkämpfe nominiert worden. Ihr Ziel sind die Europameisterschaften der Kadetten.

    Wir wünschen Euch viel Erfolg, Jungs!

    Am kommenden Wochenende starten unsere Mädels um Trainerteam Steven Müller, Annika Grüßner und Ulrich Franke zu den Deutschen Meisterschafen der U14 und der U17 in Riegelsberg. Sie zeigen schon seit Jahren, dass Ringen auch Mädchensport ist und dass Luckenwalder Sportschülerinnen und Vereinssportlerinnen hier eine Rolle spielen. Angeführt von unserer Nationalkaderathletin Nelly Zierenberg werden mehrere Medaillenhoffnungen auf die Matte gehen.

    All in, Girls!


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    Städtische Betriebswerke Luckenwalde
    Mittelbrandenburgische Sparkasse
    REST Regionale Entsorgungsservice und Transport GmbH
    Tabelle Oberliga
    • 1.1. Luckenwalder SC16:016
      2.SC Roland Hamburg12:48
      3.KAV Mansfelder Land6:10-4
      4.Magdeburger SV 904:12-8
      5.KG Küstenkämpfer2:14-12
    • 1.1. Luckenwalder SC8:08
      2.SC Roland Hamburg6:24
      3.KAV Mansfelder Land4:40
      4.Magdeburger SV 904:40
      5.KG Küstenkämpfer2:6-4
    • 1.1. Luckenwalder SC8:08
      2.SC Roland Hamburg6:24
      3.KAV Mansfelder Land2:6-4
      4.Magdeburger SV 900:8-8
      5.KG Küstenkämpfer0:8-8
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